SDBP #136: 3 Jahre Selfdefensebox Podcast

Verlorene Aufnahmen und fehlende Zeit: Wenn das Leben dazwischenkommt

Bevor es richtig losgeht, blicken wir auf den Moment zurück, in dem wir feststellten, dass unsere aufwändig produzierte Jubiläumsfolge einfach unauffindbar war. Amüsant beschreiben wir, wie eine 1,36 Gigabyte große Datei regelrecht „weggesaugt“ wurde – ähnlich wie ein Dyson-Staubsauger die berühmten „0 und 1“ verschlingt.

Dass ausgerechnet zum Dreijährigen eine solche Panne passiert, ist nicht nur ärgerlich, sondern steht zugleich sinnbildlich für das reale Leben, in dem man ständig improvisieren muss. Genau diese Ehrlichkeit und Lockerheit sind es, die unseren Podcast ausmachen: Wir wollen zeigen, dass nicht nur im Training, sondern auch in unserem Alltag viel Improvisationstalent gefragt ist.

Zwischen Buchprojekt und Alltagsstress
Neben Podcast und Training sind wir auch noch an anderen Projekten beteiligt. Eines davon ist Doms Buch, das spannende Geschichten aus der Welt der Selbstverteidigung enthalten wird. Er verrät zwar nicht zu viel, aber es wird deutlich, wie viel Energie dafür gerade draufgeht. Genauso wie beim Podcast können auch dort schon mal Pläne ins Wanken geraten – das echte Leben lässt sich schließlich nicht planen.

 

Urlaub und Verletzungen: Vom Ski- und Snowboardfahren bis zum Motorradfahren

Ein zentrales Thema dieser Folge ist unsere manchmal verrückte Freizeit. Jan berichtet von seinen ersten Versuchen auf dem Snowboard – eine Mischung aus Begeisterung und Schrecken. Snowboarden ist ein sehr beliebter Sport, doch wer zum ersten Mal auf einem Brett steht, fühlt sich schnell überfordert: Abhänge, Menschenmassen, verschiedene Liftarten und wechselndes Wetter erhöhen das Verletzungsrisiko erheblich.

Ski vs. Snowboard: Eine unterschätzte Rivalität
Wir sprechen über typische Klischees: Snowboarder gelten oft als „cool“, Skifahrer eher als traditionell. Dabei gibt es auf beiden Seiten Leute, die verantwortungsbewusst fahren, und solche, die ihren Ego-Trip ausleben. Das Schlüsselthema bleibt: Auf der Piste reicht ein Moment der Unaufmerksamkeit für eine schwere Verletzung – etwas, das wir auch durch gruselige Geschichten über Bänderrisse und Knochenbrüche unterstreichen.

Motorradfahren: Reiz und Risiko
Wir ziehen eine interessante Parallele zum Motorradfahren. Genau wie beim Wintersport sehen Außenstehende hier oft nur das hohe Gefahrenpotenzial. Die Kontaktfläche eines Reifens wird von uns mit der Größe einer 2-Euro-Münze verglichen, was verdeutlicht, wie wenig Einfluss man letztlich auf das Geschehen hat, wenn man mit hoher Geschwindigkeit fährt. Das Wichtigste, so betonen wir: Beide Hobbys sind zwar aufregend, verlangen jedoch viel Achtsamkeit und vorausschauendes Handeln.

 

Zwischen Ebertplatz und Großstadtstress: Sicherheit und Awareness im Alltag

Während Urlaube und Freizeitaktivitäten nur kurzzeitig für Nervenkitzel sorgen, reden wir auch über den Alltag in der Großstadt. Besonders am Ebertplatz und Neumarkt in Köln begegnen uns immer wieder Drogenkonsum, Wohnungslosigkeit und Beschaffungskriminalität.

Frauen und ihre höhere Grund-Awareness
Ein spannender Aspekt ist, wie Frauen oft mit einer anderen Grundhaltung ins Thema Sicherheit gehen. Durch ihre Alltagserfahrungen sind sie häufig wachsamer. Wir betonen, dass Prävention und „Antenne ausschalten oder anschalten“ eine große Rolle spielen. Man sollte aber trotzdem die Balance zwischen Wachsamkeit und Alltag behalten können.

Der Unterschied zwischen Paranoia und gesunder Vorsicht
Wir haben schon oft über Selbstverteidigungstechniken und Deeskalation geredet, aber es bleibt schwierig, eine klare Trennlinie zwischen „für alles gewappnet sein“ und einem entspannten Leben zu ziehen. In manchen Brennpunkten wie dem Neumarkt kann sich die Situation innerhalb von Sekunden wandeln – von einer ruhigen Einkaufszone zu einem Schauplatz für Messerattacken.

Fehlende Unterstützung durch externe Stellen
Gerade die Abhängigkeit von der Polizei kann frustrierend sein. Wir schildern Situationen, in denen Hilfe erst nach langer Wartezeit kam – ein Grund mehr, selbstsichere Deeskalations- und Verteidigungsstrategien zu entwickeln.

Das Älterwerden und der Perspektivwechsel: Plötzlich kein „Ziel“ mehr sein

In diesem Zusammenhang teilen wir unsere Beobachtungen zum Älterwerden. Mit Anfang 40 wird man oft gar nicht mehr als Rivale oder Herausforderung wahrgenommen, wie es in jüngeren Jahren der Fall war. Während man sich früher vielleicht noch mit Provokationen oder Revierkämpfen herumschlagen musste, ändert sich das eigene Gefährdungsprofil.

Statt Alpha-Gehabe rückt zunehmend die Angst vor Taschendiebstahl oder einfacher Beschaffungskriminalität in den Vordergrund. Gerade in Großstädten ist es wichtig, die eigenen Risiken realistisch zu beurteilen – ein Umdenken im Hinblick auf Selbstverteidigung und Awareness.

 

Desinformation, Big Data und der digitale Wandel: Was KI und Social Media mit uns machen

Gegen Ende sprechen wir ein größeres, fast philosophisches Thema an: Desinformation, Propaganda und der Einfluss von Social Media. Wir diskutieren, wie leicht Menschen durch vermeintliche „Fakten“ oder Chatbots und KI-Modelle in die Irre geführt werden können.

  • Medienkompetenz: Wir legen Wert darauf, dass es unabdingbar ist, Primärquellen zu prüfen. Viele Menschen verlassen sich auf Überschriften oder kurze Clips, ohne den Kontext zu hinterfragen.
  • KI in sozialen Netzwerken: Ein Beispiel ist das verbreitete Misstrauen gegenüber ChatGPT und Co. Einerseits sind solche Tools faszinierend, andererseits können persönliche Daten ausgewertet oder gar missbraucht werden.
  • Politische Hintergründe: Wir sprechen über Propagandamethoden, wie sie beispielsweise in Russland oder den USA angewandt werden. Ständige Verwirrung oder wechselnde Narrative können dazu führen, dass die Bevölkerung sich nur noch auf „Gruppenzugehörigkeiten“ stützt, anstatt kritische Fragen zu stellen.

Unser Fazit: Skeptisch bleiben, Hintergründe recherchieren, eigene Überzeugungen kritisch hinterfragen. Nur so lässt sich Desinformation entlarven und ein ausgewogenes Bewusstsein im digitalen Raum bewahren.

Drei Jahre Selfdefensebox Podcast, aber kein Ende in Sicht

Was als humorvolle Anekdote über eine verloren geglaubte Aufnahme begann, entwickelte sich in dieser Episode zu einem Streifzug durch diverse Bereiche unseres Lebens. Ob Skifahren, Motorradfahren, Sicherheit im urbanen Raum oder der Umgang mit Big Data: Wir nehmen uns die Freiheit, auf Themen abzuschweifen, die aber alle in eine Richtung weisen – mehr Bewusstsein und Verantwortung, sei es beim Training, im Alltag oder im Umgang mit Medien.

Genau diese Mischung aus persönlicher Erzählung und ernsthafter Reflexion macht unseren Self-Defense-Box-Podcast so einzigartig. Wir freuen uns, dass unser Projekt nach drei Jahren immer noch lebendig ist und laden alle Hörerinnen und Hörer ein, auch in Zukunft mit uns über Selbstverteidigung, Kampfsport, mentale Stärke und den ganz normalen Alltagswahnsinn zu sprechen.

Wer neu einsteigt, kann sich auf geballtes Insiderwissen, humorvolle Stories und unsere ehrliche Art freuen. Wer uns schon länger begleitet, spürt, dass wir uns stetig weiterentwickeln – mal locker, mal tiefgründig, aber immer nahbar.

In diesem Sinne:
Auf die nächsten drei Jahre Self-Defense-Box-Podcast und auf alle kommenden Folgen, die wir hoffentlich nicht mehr im Datennirwana verlieren! Wir sind bereit, weiter über Training, Lebenserfahrungen und gelegentliche philosophische Ausflüge zu plaudern. Eines steht fest: Der Podcast geht weiter.

 

(0:00) Verlorene Folge & Dreijähriges Jubiläum
Wir starten damit, dass eigentlich schon eine Episode zum dreijährigen Bestehen des Podcasts aufgenommen war, diese jedoch aus unbekannten Gründen „verschwunden“ ist. Trotz dieses Malheurs wird der Geburtstag zum Anlass für einen lockeren Rückblick genutzt.

(0:25) Doms Buchprojekt & Multitasking
Dom spricht über sein anstehendes Buch, das Geschichten aus der Welt der Selbstverteidigung behandelt. Er deutet an, wie viel Zeit, Energie und Kreativität in solch ein Projekt fließen – und wie das neben Podcast und Alltagsverpflichtungen eine große Herausforderung darstellt.

(3:20) Wintersport-Erlebnisse: Ski vs. Snowboard
Jan erzählt von seinen ersten Snowboard-Erfahrungen und wie kompliziert das Zusammenspiel von Ausrüstung, Lifttechnik und Gruppendynamik sein kann. Auch die vermeintliche Fehde zwischen Skifahrern und Snowboardern wird angesprochen, was zu humorvollen Anekdoten über Vorurteile und Memes führt.

(9:30) Risiken & Adrenalin: Parallelen zum Motorradfahren
Die Unterhaltung driftet zum Motorradfahren, bei dem – ähnlich wie beim Skifahren – hohe Geschwindigkeiten und geringe Kontrollflächen zusammentreffen. Wir thematisieren, wie Erfahrung und vorausschauendes Verhalten das Unfallrisiko mindern können, aber auch, dass ein Rest „unkalkulierbares Risiko“ bleibt.

(18:00) Großstadtleben: Ebertplatz, Neumarkt & zunehmende Unsicherheit
Beide Hosts beleuchten ihre Eindrücke von Kölns Brennpunkten. Sie sprechen über Drogenproblematik, unberechenbare Personen und die generelle Sicherheitslage, die insbesondere im Frühjahr durch vermehrte Menschen auf der Straße wieder auffällt. Daraus entsteht ein Gespräch über Awareness und den Alltag in urbanen Gegenden.

(20:00) Veränderungen im persönlichen Gefahrenprofil
Dom berichtet, wie sich das Gefühl der Bedrohung mit dem Älterwerden wandelt. Statt Revierkämpfen und sexualisierter Gewalt rückt bei ihm nun eher die Sorge vor Taschendiebstahl oder Überfällen in den Vordergrund. Das wirft die Frage auf, wie sich Wahrnehmung und Verhalten im Laufe des Lebens anpassen.

(34:25) Männer- und Frauenperspektiven, soziale Wahrnehmung
Ein zentrales Thema ist die unterschiedliche Awareness von Frauen und Männern. Frauen trainieren oft unbewusst ein hohes Maß an Vorsicht, da sie von klein auf mit anderen Gefahren konfrontiert werden. Auch Vorurteile und Geschlechterrollenmuster (z. B. in der Politik) werden hier kontrovers beleuchtet.

(39:00) Mediale Ungleichheiten & gesellschaftliche Vorbehalte
Es geht um verzerrte Medienberichterstattung, fehlende Sichtbarkeit mancher Heldentaten (z. B. durch Menschen mit Migrationshintergrund) und die unsichtbare Statistik bei Themen wie Femizid. Wir hören Beispiele, wie Schlagzeilen und Stereotype bestimmte Narrative befördern.

(47:04) Politische Strukturen, Desinformation & moderne Propaganda
Anschließend schweift die Diskussion zu historischen Beispielen (Nationalsozialismus, Propagandatechniken) und aktuellen Entwicklungen (Russland, USA). Dabei stellen die Hosts fest, dass systematische Verwirrung und widersprüchliche Botschaften Menschen unsicher machen und anfällig für gruppenbezogenes Denken.

(51:35) KI, Social Media & Datenschutz
Ein großer Schlenker beleuchtet künstliche Intelligenzen, Chatbots und die Konsequenzen für Daten- und Persönlichkeitsschutz. Beispiele zeigen, wie rasch sich Technologie entwickelt und wie wenig Kontrolle die meisten User darüber haben. Wir sprechen auch über das Bedürfnis nach einer „europäischen“ Alternative zu Facebook & Co., die es derzeit jedoch nicht gibt.

(1:04:00) Abwägende Abschlussgedanken
Nach all den breit gefächerten Gesprächsthemen kehren wir zum eigentlichen Jubiläum zurück und stellen fest: Trotz verschwundener Episode geht der Podcast weiter. Die Hosts kündigen an, dass es in Zukunft mehr Updates und vielleicht Rückblicke auf Lieblingsfolgen geben soll – ganz im Zeichen der Flexibilität und echten Leidenschaft für das Format.